Bericht vor Ort

Audio-Reportage

In Reportagen wird über Ereignisse und Situationen berichtet, in denen es etwas gibt, das sprachlich gut beschrieben werden kann. Zum Beispiel den eigenen Ausbildungsbetrieb in den Fokus zu rücken und schließlich einzelne Betriebe in einer Klasse miteinander zu vergleichen, wäre eine Möglichkeit der Anwendung.

Das Wichtigste dabei sind die sprachlichen Schilderungen durch die der / die Reporter_in zum Auge der Zuhörenden wird. In die Reportage können auch andere Darstellungsformen wie die Straßenumfrage oder das Interview eingebunden werden. Bekanntestes Beispiel für eine Radioreportage findet man im Sport beim Fußball, bei dem Kommentator_innen direkt von vor Ort berichten.

Verwendbarkeit
  • Beschreibung des eigenen Ausbildungsbetriebs

  • Beschreibungen der Schule

  • Erläuterung von Hintergründen zu verschiedenen Bereichen eines Berufes 

  • Erklärung größerer Zusammenhänge

Erweiterte Möglichkeiten
  • Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung

  • Kontakte zu externen Ansprechpartner_innen aufbauen / vertiefen, Vernetzung der eigenen Einrichtung mit anderen

Anspruch

Kenntnis über das Führen von Interviews, technisches Hintergrundwissen (Bedienung der Aufnahmegeräte, Schnittprogramme), Abstraktionsfähigkeit (um Bilder zu versprachlichen)

 

Dauer 3 Tage oder 1 Projektwoche
Raum

Computerraum für Audioschnitt / Klassenraum zur Fragenerarbeitung

Gruppengröße

Arbeitsgruppen von 4 Personen 

Vier Gruppen à 4 bis 5 Personen können auch von Lehrkräften betreut werden, die bisher noch wenig Erfahrung haben. Wenn jemand noch keine Erfahrung hat, ist es besser mit ein oder zwei Gruppen anzufangen.

Technik
  • Aufnahmegeräte (notfalls Handy) inkl. Übertragungskabel

  • Rechner für den Schnitt

  • Lautsprecher am Rechner und Kopfhörerverteiler für Schnitt

  • Kopfhörer für Aufnahme und Schnitt

Software/ Webdienst

  • Audioschnittsoftware (zum Beispiel Audacity – FreeWare, die auf allen Betriebssystemen läuft)

  • Abspielsoftware für die Präsentation (zum Beispiel Windows Mediaplayer)

  • Lizenzfreie Musik (zum Beispiel über Jamendo und Incompetech)

Beispielprojekt

Erprobungsprojekt für META, in dem sich Teilnehmende mit den Inhalten und dem Rahmen der Berufsvorbereitungsmaßnahme auseinandersetzen, die sie selbst besuchen (dargestellt als Audioslidshow = Reportage mit passenden Bildern) http://www.jff.de/meta/bvb-massnahme_bamberg/ 

 

1 Vorbereitungsphase

Die Vorort-Situation sollte in einer Reportage auch zu hören sein. Die Person, die spricht, befindet sich also vor Ort und sollte auch beschreiben, was sie dort sieht, damit sich die Zuhörerenden angesprochen und mitgenommen fühlen. Ein Projekt funktioniert durchaus auch ohne dass die Teilnehmenden die Technik genau kennen. Im konstruktivistischen Lernansatz nimmt die Lehrkraft die Rolle der Moderation ein und begleitet die Gruppe auf ihrem Weg zum fertigen Produkt.

  • Auf den PCs sollte eine Audioschnittsoftware installiert sein (siehe Audacity-Tutorial), mit der später die Daten geschnitten werden können.
  • Ausreichend Kopfhörer sollten für den Verlauf des Projekts zur Verfügung stehen. Da 3,5 mm Klinken-Stecker eine Standardgröße ist, können auch private Kopfhörer von Schüler_innen benutzt werden. Außerdem sollten Kopfhörer Verteiler bzw. sogenannte Klinkenverteiler (am besten 5-fach) eingesetzt werden, so dass alle Teilnehmenden einer Gruppe gleichzeitig beim späteren Schnitt mithören können.
  • Die Aufnahmegeräte sollten mit ausreichenden Speicherkarten bzw. Speicherplatz sowie Akkulaufzeit ausgerüstet sein, um einen vorzeitigen Abbruch der Aufnahmen zu vermeiden.
  • Die Vermittlung der Aufnahme- und der Reportagetechnik kann gleich-zeitig verlaufen. Dabei bietet sich an, die Klasse in verschiedene Grup-pen zu teilen (orientiert sich an der Anzahl der Aufnahmegeräte) und mit dem Auftrag loszuschicken, sich pro Gruppe einen Ort im Schulhaus zu suchen, diesen zu beschreiben und die anderen Gruppen jeweils raten zu lassen, um welchen Ort es sich handelt.
  • In die Auswertung zu dieser Methode sollten die Unterschiede zwischen Sprechtexten und Schreibtexten einfließen sowie ein klares Feedback, welche Punkte in Sachen Ortsbeschreibung gut waren bzw. welche Aspekte noch verbessert werden könnten.
2 Praxisphase

Sollte sich die Klasse für die Beschreibung eines Ausbildungsbetriebes entscheiden, so muss dies innerhalb der Schule gut vorbereitet sein, da die Lehrkraft den praktischen Teil der Aufnahmen evtl. nicht begleiten kann.

  • Zu Beginn wird in der Klasse geklärt, nach welchen Kriterien der Gegen- stand der Reportage, also zum Beispiel die Betriebe, jeweils vorgestellt werden soll (zum Beispiel kurze Einführung vor Ort, kleine Straßennumfrage zu Vorstellungen zum Beruf, Überleitung, Interview mit einem Experten oder einer Expertin vor Ort).
  • Fragetechniken können zunächst geübt werden, indem sich die Teilneh-menden gegenseitig interviewen. In dem Zusammenhang kann auch erklärt werden, welche Fragetechniken sich für welche Bereiche eignen.
  • Der Verlauf der Reportage sollte mit den Fragen zur Straßenumfrage und den Interviewfragen festliegen, so dass die Teilnehmenden gut vorbereitet in die Betriebe gehen können, um dort ihr Audiomaterial aufzunehmen.
3 Endproduktion

Für den Schnitt sollten Sie genügend Zeit einplanen, da eine interessante Reportage durchaus zeitaufwendig ist. Die Vorarbeit und die Aufnahmen sind nur ein Teil des Projekts, mindestens genauso lange dauert der Schnitt, bei dem sich die Gruppen auch gern mehr Zeit lassen sollten, um ihre Vorstellungen bestmöglich umzusetzen.

  • Das Audiomaterial sollte zunächst gesichtet werden. Sind alle Aufnahmen da? Dabei müssen die Aufnahmen nicht komplett durchgehört, sondern nur kurz überprüft werden.    
  • Puzzleartig werden die endgültig zu bearbeitenden Teile in das Schnittprogramm geladen (Die Reihenfolge sollte sich an der Planung orientieren und nicht am Verlauf der Aufnahmen) und sobald die einzelnen Abschnitte (Straßenumfrage, Interviews, Kommentartext) fertig geschnitten sind, miteinander verbunden.    
  • Zusätzlich können auch Geräusche der einzelnen Tätigkeiten einfließen sowie zum Beitrag passende Musik, die das Produkt reizvoller für die Zuhörerenden macht.
  • Als Richtwert eines Beitrags, der interessant gestaltet ist, ist die Zeitvorgabe von drei Minuten von Vorteil, weil der Beitrag sonst zu lang und wenig spannend werden könnte. 
4 Präsentation

Wenn alle Arbeitsgruppen ihre Produkte fertig gestellt haben, bietet es sich an, die fertigen Produkte auch zu präsentieren. Wie groß der Rahmen dafür ist, hängt von der verfügbaren Zeit der anderen Klassen ab. Wichtig ist, dass die Gruppen jeweils erklären können, was sie gemacht haben und dann das fertige Produkt den anderen vorspielen. Ob die Beiträge funktionieren, witzig und informativ sind, zeigt sich in der Präsentation. Die Beiträge können auch in größeren Schulzusammenhängen, auf Audiofestivals oder auf der Webseite der Schule, des Ausbildungsbetriebs oder anderer Einrichtungen präsentiert werden.

 

Übungsaufgabe

Es ist durchaus sinnvoll, zunächst die Technik selbst auszuprobieren. Leihen Sie sich doch das Aufnahmegerät der Schule aus und nehmen Sie dieses einfach übers Wochenende mit nach Hause. Damit beschreiben Sie dann die Wanderung mit der Familie oder die Struktur ihrer Werkbank oder auch den Ablauf des Kochens für das Familienessen. Die Möglichkeiten, etwas zu beschreiben, sind vielfältig, so dass jeder Ablauf beschrieben werden kann. An-schließend können Sie mit dem Audioschnittprogramm Audacity den Schnitt ausprobieren.

Weiterführende Links

 

 

Stärken der Methode hinsichtlich  
Wissensvermittlung
  • Je nach Themenstellung erste Einarbeitung in einen Lerninhalt

  • Einblicke in die Audioproduktion

Kreativität
  • Mit verschiedene Soundeffekte experimentieren

  • Ein Storyboard erstellen

Persönlichkeitsentwicklung
  • Selbstständiges Arbeiten

  • Soziales Lernen

  • Förderung der Selbstkompetenz

  • Förderung von Sprachvermögen und freiem Sprechen

Barrierefreiheit 
& besonderer Förderbedarf

Sehbehinderung, sprachlicher Förderbedarf